Unser Hauptcharakterzug ist stets Ausdruck einer Angst, die wir uns durch gewählte Erfahrungen (Kindheit,
Lebensumstände) zu eigen gemacht haben, um daran zu wachsen. Er stellt das dar, was wir als größte Behinderung
oder Blockade ausgesucht haben. Er kommt im Gewand unseres größten Handicaps, unseres größten Hindernisses oder
in einer anderen Form von Sabotage, die gegen unser größtes Interesse arbeitet. Da taucht die Frage auf: wofür
brauchen wir diesen Charakterzug? Wenn alles sorgfältig geplant ist, wofür brauchen wir dann diesen "Mist", der
uns davon abhält, das zu bekommen was wir wollen? Der Hauptcharakterzug ist die primäre Angst, die jegliche
positive Anstrengung in Richtung unseres Ziels neutralisiert, sie stellt quasi sicher, dass wir das lernen, was
wir zu lernen haben. Es erfordert einen hohen Grad an Gewahrsein, um zu akzeptieren, dass wir ein bestimmtes
Hindernis haben und wir unsere Lektionen benötigen, um dieses zu überwinden.
Es ist die Einzige der Maskierungen, die wir komplett eliminieren können. Da sie einen großen Teil unserer
falschen Persönlichkeit formt, hilft uns diese Überwindung zu strahlen und zu leuchten und das wiederum
transformiert unser Leben und bringt uns unserem Ziel näher. Als Beispiel, wenn wir als Ziel "Akzeptanz" haben
und der Hauptcharakterzug ist "Arroganz", dann steht die Eitelkeit, der negative Pol der "Arroganz", im Weg zur
Akzeptanz. Indem wir unseren falschen Stolz überwinden, neutralisieren wir unseren Hauptcharakterzug und stellen
unsere Selbstakzeptanz wieder her. Der Hauptcharakterzug, unsere grundsätzliche Angst, blockiert das Erreichen
unseres Ziels und verlangsamt die Geschwindigkeit unseres Wachstums, dies variiert individuell an Intensität und
Ausmaß. Auch wenn der Hauptcharakterzug deutlich zum Ausdruck kommt, zeigt er sich nur situationsabhängig. Der
Hauptcharakterzug hat seinen Ursprung im negativen Pol unserer Einstellung.
Beide Pole des Hauptcharakterzuges sind uns hinderlich, sind Reibungsflächen, an denen unsere Seele wachsen kann.
Der Unterschied zwischen negativem und positivem Pol liegt in der gesellschaftlichen Akzeptanz des Verhaltens, so
wird zum Beispiel der positive Pol der “Ungeduld”, die Verwegenheit, in unserer Welt als etwas durchaus gutes
betrachtet, während der negative Pol, die Intoleranz, als etwas schlechtes gilt. Wir müssen uns jedoch darüber
im Klaren sein, dass beide Pole Ausdruck einer tief verwurzelten Angst – in diesem Fall, davor etwas zu verpassen
– sind und somit nicht dem großartigen, leuchtenden Sein unserer Seele entsprechen.